Warum ein Deutsch Langhaar ? Rüde oder Hündin?

Nachfolgend ein paar Gedanken, die sich durch meine doch teilweise aufwändigen Bemühungen, die Welpen (insbesondere die Rüden) adäquat unterzubringen, ergeben haben...

 

Ich habe von einigen Waidmännern, die jahrzehntelang einen DL geführt haben, zu hören bekommen: was soll ich in diesen Zeiten mit einem Vorstehhund? Wir haben kaum noch Niederwild und wenn, dann bejagen wir es nicht. Und eine Ente kann auch ein kleiner Hund anlanden.

Diese Argumente sind für mich nur sehr begrenzt nachzuvollziehen. Sicherlich gehört der Deutsch Langhaar von der Rasseeinordnung her zu den Vorstehhundrassen und kann das (=vorstehen) auch hervorragend.

Aber unser DL ist ein Allrounder! Der kann auch stöbern und Drückjagd! Meine Aika hat das die letzte Jagdsaison eindrucksvoll bewiesen. Sie hat u.a. Sauen gefunden, auf die Läufe und zu Schützen gebracht, die sie dann strecken konnten. Rehwild hat sie nur kurz angehetzt und ist dann zurück gekommen. Und es war kein Jagdherr dabei, der im Vorfeld meinen DL abgelehnt hatte.

Und wie soll das mit Nachsuchen mit kleinen Hunden funktionieren: hält jede kleinere Rasse einen 40kg Frischling oder anderes Schalenwild? Können sie bei Lauf- oder Äserschüssen das Wild überhaupt stellen?

Natürlich müssen wir Züchter uns Gedanken machen, und evtl. die Schwerpunkte verschieben. Der Spurlaut wird immer wichtiger und auf eine "intelligente" Wildschärfe muss erhöhtes Augenmerk gelegt werden. 

 

Das nächste "Problem" was sich bei der Welpenvermittlung auftat, war die Vermittlung der Rüden. Viele wollten entweder nur eine Hündin oder gar keinen Hund.

Begründung der Interessenten: Hündinnen sind leichtführiger, leichter auszubilden, pinkeln nicht Büsche tot und raufen nicht.

Ich habe in den letzten Jahrzehnten sowohl Rüden als auch Hündinnen ausgebildet (allerdings nicht nur Jagdhunde). Von der Ausbildung her kann ich diese Aussagen nicht bestätigen. Was die Rüden einmal verstanden hatten, war dann "Gesetz" und wurde so gemacht. Die Hündinnen haben vieles doch öfter einmal hinterfragt. Weiterhin kam dann noch teilweise eine gewisse Sensibilität hinzu, was die Ausbildung nicht einfacher gestaltete. 

Meine Rüden hoben ihre Beine erst dann zum Urinieren, wenn wir unser Grundstück zum Gassigehen verlassen hatten. Das haben sie sehr schnell kapiert.

Und in Bezug auf Raufen hatte ich nie größere Probleme. Allerdings werden bei mir alle Hunde (egal ob Rüde oder Hündin) in solchen Dingen konsequent und gradlinig geführt. Wer aktiv andere Hunde anmotzt oder vom Verhalten her deutlich zeigt, dass es bevorsteht, bekommt mit mir Ärger. Verteidigen dürfen sie sich aber natürlich. Und das ist eigentlich meiner Meinung der Schlüssel für fast alle Hunde: konsequentes und vor allem immer gleiches Verhalten von einem selber. Der Hund ist ein Rudeltier und will entweder geführt werden oder versucht zu führen. Wenn dann starke Hunde dabei sind, gibt es zwangsläufig Situationen, in denen die Hunde versuchen, in der Hierarchie aufzusteigen. 

 

Was viele auch nicht ganz zu Ende denken: Hündinnen werden bis zu 2x im Jahr läufig. Und wenn das dann in die Haupt-Jagdsaison fällt, fallen sie bis zu 4 Wochen aus. Ein Rüde dagegen kann das ganze Jahr mitgenommen werden...

 

Von daher kann ich eigentlich nur jedem, der einen Hund für die Jagd möchte, einen Rüden empfehlen!

 

So, das waren jetzt meine ganz eigenen Gedanken zu diesen Themen. Ich weiß, dass einige in einigen Bereichen andere Meinungen vertreten. Aber jeder von uns lebt mit und von seinen Erfahrungen - und es führen immer noch viele Wege nach Rom...

Ich wüde mich jedoch freuen, wenn vielleicht der ein oder andere wieder zu dieser tollen Rasse zurück findet und vor allem einen Rüden nicht von vornherein ausschließt...

Mit Waidmannsheil und Ho Rüd ho

Thomas Breuer

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Der C - Wurf ist für Ende 2019 geplant....

 

Letzte Aktualisierung: 26.08.2019